A B C D E F G H I J K L M N O P Q R S T U V W X Y Z
Abstoßung
siehe Transplantatanstoßung
Allogen
von einem Individuum der gleichen Art stammend, jedoch genetisch verschieden. Auf die Stammzelltransplantation bezogen bedeutet allogen, die Transplantation mit Stammzellen von Familienangehörigen oder nicht verwandten Spendern.
Anti-T-Zell Globulin
Auch ATG oder Antilymphozytenserum,
tierisches Immun- bis Hyperimmunserum, gewonnen nach Immunisierung von Kaninchen oder Pferd durch gereinigte Lymphozyten des Menschen; es bewirkt beim Empfänger v.a. durch »Suppression« der zirkulierenden T-Lymphozyten eine Abnahme der Lymphozytenzahl (Lymphozytopenie). Die Anw. erfolgt z.B. zur Hemmung der zellulären Transplantatabstoßung. Bei der Stammzelltransplantation wird es zur Prophylaxe und Therapie von Abstoßung und Graft-versus-Host Erkrankung berabreicht.
ATG
siehe Anti-T-Zell Globulin
autolog
die Zellen stammen von dem Patienten selbst
Blutstammzell-Ernte
Mobilsierte Blutstammzellen (siehe dort) werden mit Hilfe eines Blutzellseparators aus dem Blut abgetrennt und konzentriert. Der Vorgang dauert 2 – 4 Stunden. In dieser Zeit werden schrittweise ca 10 L Blut aus einer Armvene oder über einen Venenkatheter in den Blutzellseparator gepumpt und dort prozessiert. Die Stammzellen werden abgetrennt, das bearbeitete Blut wird dem Patienten wieder in die Vene zurückgegeben. Das Stammzellkonzentrat wird dem Patienten verabreicht.
Blutstammzell-Mobilisierung
Können aus dem Knochenmark in das zirkulierende Blut mobilisiert werden. Dies erfolgt normalerweise in der Regenerationsphase der Blutbildung nach einer Chemotherapie. Das Ausmaß der Mobilisierung kann durch gleichzeitige Gabe von Wachstumsfaktoren (G-CSF) erhöht werden. Mit Wachstumsfaktoren (G-CSF) kann auch aus der Ruhephase des Knochenmarks direkt mobilisiert werden. Dieses Verfahren wird bei gesunden Spendern für allogene Transplantationen angewandt.
Blutstammzelle
die unreifste, »undeterminierte« oder aber bereits »determinierte« (auf eine best. Weiterentwicklung festgelegte) Stammzelle der Blutbildung. Diese Zellen kommen normalerweise nur im Knochenmark vor. Unter bestimmten Bedingungen werden sie ins Blut ausgeschüttet (Blutstammzell-Mobilisierung).
Blutstammzelltransplantation
Die Übertragung von Blutstammzellen selbst erfolgt im Prinzip wie eine Knochenmarktransplantation. Der Hauptunterschied zwischen Blutstammzell- und Knochenmarktransplantation liegt in einer etwas (ca. 1 Woche) rascheren Regeneration der Leukozyten und Thrombozyten. Hierraus resultiert eine raschere Erholung der Patienten und eine geringere Häufigkeit von Infektionen. Es ist denkbar, daß Blutstammzellen wegen ihres im Vergleich zu Knochenmark höheren Gehalts an T-Lymphozyten zu einer höheren Rate an chronischer Graft-versus-Host Reaktionen führt. Letzteres wiederum kann möglicherweise zu einem verbesserten anti-leukämischen Effekt führen.
Busulfan
ist ein Zytostatikum mit starker stammzelltoxischer Wirkung. Unerwünschte, glücklicherweise seltene Nebenwirkungen sind Lungenveränderungen (interstitielle Pneumonie), hämorrhagische Cystitis (Harnblasenentzündung), Lebervenenverschlußkrankheit (Veno-occlusive disease). Nach Hochdosis-Busulfan kann der sich wieder entwickelnde Haarwuchs kosmetisch störend beeinträchtigt sein.
CD34
CD34 ist ein auf blutbildenden Stammzellen nachweisbares Antigen. Den Gehalt an Stammzellen im Blut kann man über die Bestimmung der Menge CD34 Antigen positiver Blutkörperchen ermitteln. Über diese Bestimmung wird der optimale Zeitpunkt der Stammzellapherese mit dem Zellseparator ermittelt.
Chimärimus
Hierunter versteht man die Entwicklung der vom Spender abstammenden Blutbildung in dem Empfänger (Patient). Man unterscheidet komplette (100% Spenderblutbildung) und gemischte Chimären (<100% Spenderblutbildung).
Cyclophosphamid
Ist ein Zytostatikum mit starker antiproliferativer und immunsuppressiver, aber geringerer stammzelltoxischer Wirkung. Es ist Bestandteil zahlreicher Konditionierungsregime vor Stammzelltransplantation.
Cyclosporin A (CyA)
Ist ein sehr wirksames iummunsuppressives Medikament, das zur Vorbeugung einer Graft-versus-Host Erkrankung verabreicht wird. Meist beginnt man mit den CyA-Gaben am Tag vor der Transplantation uns setzt die Gaben in Abhängigkeit von der individuellen Situation für 3 – 6 Monate oder länger fort. Das Medikament kann intravenös oder oral in Kapselform verabreicht werden. In hoher Dosierung und bei langfristiger Verabreichung sind seine Hauptnebenwirkungen Bluthochdruck, Zittern der Händeund eine Verschlechterung der Nierenfunktion. Damit die toxischen Nebenwirkungen möglichst gering gehalten werden müssen regelmäßig die Blutspiegel (siehe CyA Spiegel) der Substanz bestimmt werden.
Cy A
Siehe Cyclosporin A
Cyclosporin A Spiegel
Spiegelbestimmungen erfolgen im mit EDTA antikoagulierten Vollblut (Blutbildröhrchen) mit Hilfe von Antikörpern. Mit polyklonalen Antikörpern werden die Muttersubstanz und ihre Abbauprodukte bestimmt, mit den monoklonalen Antikörpern bestimmt man die Muttersubstanz.
Für eine maximale immunsuppressive Wirkung mit minimaler Toxizität strebt man folgende Spiegel an: polyklonal <600 ng/ml, monoklonal 150 – 250 ng/ml.
Bei Leberfunktionsstörungen wird der Abbau der Substanz behindert, sodaß bei relativ niedrigen Werten des monoklonalen Tests hohe Werte im opolyklonalen Test resultieren. Hier richten wir uns nach dem polyklonal ermittelten Werten, um unerwünschte Toxizität zu vermeiden.
Cytomegalievirus (CMV)
Hierbei handelt es sich um ein Virus der Herpesvirusgruppe, das bei organtransplantierten und immunsupprimierten Patienten schwerwiegende auch tödlich verlaufende Krankheiten verursachen kann (Pneumonie, Hepatitis, Gastritis, Encephalitis, Enteritis). Der Erreger ist weit in der Bevölkerung verbreitet. Ca. 70% aller Erwachsenen sind mit CMV infiziert. Meist wird die Erstinfektion nicht bemerkt, weil sie keine Beschwerden hervorruft. Das Virus bleibt nach Erstinfektion lebenslang im Körper und kann in Situationen, die zu einer Schwächung des Immunsystems führen, reaktiviert werden. Hierzu gehören Stammzelltransplantationen, intensive Chemotherapie und immunsuppressive Medikamente (z.B. Kortison). Die von einer CMV-Infektion ausgehende Gefahr ist heute geringer als noch vor ein paar Jahren, da sich die Methoden der Diagnostik wesentlich verbessert haben und uns heute wirksame Medikamente zur Vefügung stehen.
CMV
Siehe Cytomegalievirus
DLI
Siehe Donor-Lymphozyten Infusion
Donor-Lymphozyten Infusion
(deutsch: Spender-Lymphozyten Infusion). Zur Stimulation der vom Stammzell-Spender herrührenden Immunabwehr können nach Stammzelltransplantation Lymphozyten des ursprünglichen Spenders übertragen werden. Man erhofft sich hierdurch eine verstärkte Wirkung gegen eine Leukämie oder gegen den Tumor des Empfängers (Patient). Man nennt diese Wirkung Transplantat-gegen-Leukämie Reaktion (engl.: Graft-versus-Leukemia Reaction, GvL) oder Transplantat-gegen-Tumor Reaktion (engl.: Graft-versus-Tumor Reaction, GvT). Die DLI wird zur Behandlung eines Rückfalls nach Stammzelltransplantation eingesetzt. Bei einigen Bluterkrankungen sind die Ergebnisse hiermit sehr gut, z.B. bei der chronischen myeloischen Leukämie (CML). Ein Nachteil der Methode ist die häufig verursachte Graft-versus-Host Erkrankung.
Familientypisierung
Sie dient der Bestimmung der HLA-Antigene bei dem Patienten, seinen Geschwistern sowie den Eltern oder anderen Familienangehörigen.
Fremdspender
Fremdspender sind nicht mit dem Patienten verwandte Spender.
Fremdspendersuche
Nach Bestimmung der HLA-Merkmale des Patienten wird in den Spenderregistern nach einem passenden, idealerweise in den HLA-Merkmalen identischen fremden Spender gesucht. Als besonders wichtig werden heute die HLA-Merkmale A, B und DRB1 erachtet.
Fremdspendertransplantation
Hierunter versteht man die Übertragung von Stammzellen einer nicht verwandten Person.
G-CSF
Siehe Granulozyten-Kolonie-stimulierender Faktor
Ganzkörperbestrahlung
Sie ist Bestandteil zahlreicher Konditionierungsregime. Heute wird sie
Graft-versus-Host-Reaktion
(GvHR)(deutsch: Transplantat-gegen-Wirt Reaktion) Hierfür sind T-Lymphozyten des Spenders verantwortlich, die mit dem Transplantat übertragen werden. Sie erkennen ihre neue Umgebung, den Empfänger, als fremd und reagieren dagegen. Man unterscheidet die akute GvHD in unterschiedlichen Schweregraden (Grad 1 – 4) von der chronischen GvHD (begrenzte und ausgedehnte Form). Die akute Form beobachtet man in den ersten 2 – 3 Monaten nach Transplantation, später findet man die chronische Form. Die chronische Form geht oft aus der akuten Form hevor, sie kann aber auch de novo auftreten. Die wesentlichen Zielorgane der akuten GvHR sind die Haut, der Darm und die Leber. Wenn die GvHR krankheitswert bekommt spricht man Graft-versus-Host Disease (GvHD). An der Haut manifestiert sich die akute GvHD wie ein Sonnenbrand (Rötung, Juckreiz, Hautabschilferung), an der Leber äußert sie sich wie eine Gelbsucht mit einem Anstieg der Leberwerte und des Gallenfarbstoff im Blut. Akute GvHD des Darmes äußert sich in unterschiedlich schwerem Durchfall und krampfartigen Bauchschmerzen. Zur Therapie werden immunsuppressiv wirksame Medikamente verabreicht (Cyclosporin A, Kortison, Mycophenolat Mofetil, ATG).
Granulozyten-Kolonie-stimulierender Faktor
Der Granulozyten-Kolonie-stimulierende Faktor (G-CSF) fördert die Bildung von Granulozyten (eine Form der weißen Blutkörperchen) und führt zu einer Ausschwemmung von Stammzellen aus dem Knochenmark in das Blut. Er ist relativ gut verträglich, kann aber bei einem kleinen Teil der Patienten vorübergehend zu Fieber und Gliederschmerzen führen. Die übliche Dosis zur Beschleunigung der Regeneration der Blutbildung nach Chemotherapie liegt bei 5 µg/kg, die Dosis zur Stammzellmobilisierung liegt bei 10 µg/kg Körpergewicht täglich.
GvHD
Siehe Graft-versus-Host-Reaktion (GvHR)
Hickman-Katheter
Diese sind Schäuche, die in eine große Vene (obere Hohlvene) eingeführt werden. Über sie erfolgen während des Aufenthalts sämtliche Blutentnahmen, die Verabreichung von Medikamenten, Flüssigkeiten und Nährlösungen. Der Katheter wird in örtlicher Betäubung oder unter einer Kurznarkose gelegt. Seine Eintrittstelle in den Körper liegt ungefähr in Brustmitte. Er verläuft unter der Haut zu Hals und wird dort in eine Halsvene eingeführt und in die obere Hohlvene vorgeschoben. Diese Katheter kann über Wochen bis Monate liegen bleiben. Da über den Katheter Keime in den Körper eintreten können muß er speziell gehandhabt und gepflegt werden.
HLA-System
ist das erstmals an weißen Blutkörperchen anhand der von ihnen kodierten Oberflächen-Antigene (Histokompatibilitätsantigene) entdeckte, für die Immunabwehr wichtige Regulationssystem des Organismus. Es wird beim Menschen repräsentiert durch zentromernahe, im kurzen Arm (p) des Chromosoms 6 gelegene allele Gene, die als Major Histocompatibility Complex bzw. System (MHC bzw. MHS) bezeichnet werden; in der Nähe dieses Komplexes finden sich - als genetische Marker - die Gene für die Phosphoglucomutase 3 u. Glyoxalase (PGM3 bzw. GLO); Nach Lage ihres Gen-Locus werden die Gene in 2 funktionelle Klassen eingeteilt: Klasse I mit den Loci HLA-A, -B u. -C, Klasse II v.a. mit HLA-D u. HLA-DR (bzw. -Dr, r = related); ferner gehören zu dieser Klasse die - postulierten - Gene IR (= Ir; Immune response; für Immunantwort) u. IS (= Is; Immune suppression; für Immununterdrückung). Die Gene dieser beiden Klassen, der Haupthistokompatibilitätskomplex, werden ergänzt durch eine dritte Klasse, die in der Immunregion (I-Region) des Chromosoms nahe dem HLA-D-Locus gelegen ist u. die Komplementgene C2, C4 u. Bf enthält. Genprodukte (Zellmembranantigene) von A, B u. C finden sich in Zellmembranen fast aller kernhaltigen Körperzellen, in höchster Konzentration auf Lymphozyten u. Makrophagen. Von D/Dr kodierte Antigene werden dagegen nur in B-Zellen, in aktivierten T-Zellen, in Makrophagen, Endothelzellen, Langerhans* Zellen der Epidermis u. Spermatozyten gefunden; die Produkte der Klasse III sind Serumproteine. - Die Genprodukte des MHC sind wichtig für die Aktivierung der Immunantwort, die der Genklasse III für die Komplementaktivierung.
HLA-Differenz
bezeichnet eine Spender-Empfängerkonstellation mit einem oder mehreren Unterschieden in den HLA-Antigenen
Beispiel einer HLA-Differenz:
Spender: HLA-A: 01,26 B: 15,38 DRB1: 0401, 1301
Empfänger: HLA-A: 01,03 B: 15,38 DRB1: 0401, 1301
HLA-Identität
Komplette Übereinstimmung der HLA-Antigene
Beispiel:
Spender: HLA-A: 01,03 B: 15,38 DRB1: 0401, 1301
Empfänger: HLA-A: 01,03 B: 15,38 DRB1: 0401, 1301
HLA-Mismatch
Siehe HLA-Differenz
HLA-Typisierung
Hierbei werden für die Stammzelltransplantation die Gene HLA-A, -B und DRB1 untersucht.
Knochenmark
(abgekürzt: KM) beschreibt die Gesamtheit der zellulären Substanz in der Spongiosa von praktisch allen Knochen. Man unterscheidet das Fettmark von dem roten KM. Das rote KM ist unter physiologischen Bedingungen alleiniger Ort der Blutbildung, wobei die blutbildenden Zellen in das Stroma (Matrix) eingebettet sind, in dem sie bis zur Ausschwemmung in das periphere Blut verbleiben. Das rote KM besteht aus retikulärem Bindegewebe, Retikulumzellen, blutbildende Stammzellen, unreifen u. reifen Formen der Erythro-, Granulo-, Thrombozytopoese u. Monozyten. Stammzellen machen nur ungefähr 1% des KM aus.
Knochenmarkentnahme
Knochenmark wird dem Spender unter Vollnarkose entnommen. Hierzu wird dieser auf dem Bauch gelagert. Aus dem Beckenknochen wird dann mit Spritzen und dicken Kanülen ca. 1000 ml Knochenmarkblut abgesaugt und in Kunsstoffbeuteln gesammelt. Durch Zusätze wird die Gerinnung des Knochenmarks verhindert. Nach einer Filtration wird es dem Empfänger wie eine Bluttransfusion in die Vene verabreicht.
Knochenmarktransplantation
Hierunter versteht man den Vorgang der Übertragung im engeren Sinne, zum anderen steht der Begriff auch für den gesamten Vorgang einschließlich der Vorbehandlung zur Transplantation, der Transplantation selbst und die Nachtransplantationsphase. Da die Knochenmarktransplantation historisch das erste Verfahren einer Stammzelltransplantation war, wird dieser Begriff (nicht ganz korrekt) übergeordnet für alle Arten der Stammzelltransplantation eingesetzt – auch für die Blutstammzelltransplantation. Abgesehen von der Herkunft des Stammzellmaterials besteht zwischen der Knochenmark- und der Blutstammzelltransplantation kein wesentlicher Unterschied. Nach Blutstammzelltransplantation (siehe dort) erfolgt die hämatologische Regeneration etwas rascher als nach der Übertragung von Knochenmark.
Diese Knochenmarktransplantation im eigentlichen Sinne erfolgt ähnlich einer Bluttransfusion in einen Venenkatheter.
Konditionierungsbehandlung
Hierunter versteht man die der Transplantation vorausgehende vorbereitende Therapie. Für allogene Transplantationen verwendet man häufig hochdosiert Cyclophosphamid kombiniert mit Busulfan oder Cyclophosphamid kombiniert mit einer Ganzkörperbestrahlung. Andere Medikamentenkombinationen werden auch eingesetzt. Ziel dieser Vorbehandlung ist die Vernichtung von Leukämie- oder Tumorzellen sowie die Immunsuppression.
Bei der autologen Transplantation spricht man nicht von Konditionierung, sondern von Hochdosis-Chemotherapie. Die Auswahl dem Medikamente richtet sich nach der Art des behandelten Tumors
Kryokonservierung
Gefrierkonservierung von Stammzellen in flüssigem Stickstoff bei –196° C. Als „Frostschutzmittel“ wird zum Schutz der Stammzellen Dimethysulfoxid (DMSO) in einer Endkonzentration von 10% zugesetzt. DMSO hat einen unangenehmen Geruch und führt bei einigen Patienten zu Übelkeit.
Methotrexat
(abgekürzt MTX) ist ein immunsuppressiv wirkendes Medikament, das nach Stammzelltransplantation zur Prophylaxe einer GvHD eingesetzt wird. Unerwünscht ist die hierdurch auftretende Verschlimmerung einer Stomatitis sowie eine etwas verzögerte Regeneration der Leukozyten- und Thrombozytenwerte.
MTX
(Siehe Methotrexat)
Mycophenolat Mofetil
(Handelsname CellCept) Ist ein neueres Immunsuppressivum, das zunächst bei der Transplantation solider Organe erprobt wurde. Es ist auch in der Prophylaxe und Therapie der GvHD wirksam. Eine Hauptnebenwirkung ist eine mäßige Erniedrigung der Leukozytenzahlen.
PBSC
Siehe periphere Blutstammzelle.
PBSZ
Siehe periphere Blutstammzelle.
periphere Blutstammzelle
Hierbei handelt es sich um eine Blutstammzelle (siehe dort). Mit dem Begriff „periphere“ will man darauf hinweisen, daß es sich um Zellen aus dem peripheren Blut, d.h. dem zirkulierenden Blut im Gegensatz zu Knochenmark handelt.
Pneumocystis carinii
ist ein einzelliger Mikroorganismus (Protozoon), das bei immunsupprimierten Patienten, wie solchen nach allogener Stammzelltransplantation, interstitielle Lungenentzündungen hervorrufen kann. Da diese u.U. sehr gefährlich sind und lebensbedrohend verlaufen können, geben wir zur Vorbeugung das Antibiotikum Cotrimoxazol (Cotrim forte o.ä.).
Purging
Hierunter versteht man eine Reinigung des Stammzellpräparats von bestimmten Blutkörperchen, die man nicht übertragen (transplantieren) möchte (purgare lat. = reinigen). So kann man T-Lymphozyten zur Verminderung des GvHD-Risikos entfernen, oder verunreinigende Leukämie- oder Lymphomzellen. Der Nutzen einer Entfernung von Leukämiezellen ist nicht zweifelsfrei belegt.
Remission
Rückbildung der Erkrankung.
Komplette Remission = vollständige Rückbildung aller Krankheitsmanifestationen
Partielle Remission = teilweise, aber mindesten 50%ige Rückbildung
Rückfall
Erneutes Auftreten der Erkrankung nachdem vorher eine komplette Rückbildung erzielt wurde.
Rezidiv
(lateinisch Rückfall) siehe dort
Stammzelle
Blutbildende Stammzelle. Sie findet man im Knochenmark und in geringen Mengen auch im zirkulierenden Blut. Mit bestimmten Maßnahmen (siehe Blutstammzell-Mobilisierung) erreicht man einen Anstieg der Stammzellkonzentration im Blut.
Stammzelltransplantation
Ist der Oberbegriff für Blutstammzelltransplantation und Knochenmarktransplantation.
Syngen
Abstammung von einem ein-eiigen Zwilling.
Transplantat-gegen-Wirt-Reaktion
ist eine durch T-Lymphozyten vermittelte Reaktion, die zur Transplantatabstoßung führt (»host-versus-graft reaction«). Dies ist erkennbar an einem ausbleibenden Leukozyten- und Thrombozytenanstieg oder an einem Abfall von Leukozyten- und Thrombozytenzahlen. Die Behandlung besteht in einer erneuten Gabe von Stammzellen mit oder ohne vorausgehende Konditionierungsbehandlung.
T-Zell Depletion
Hierunter versteht man die Entfernung von T-Lymphozyten aus dem Stammzellpräparat. Dies kann mit immunologischen und physikalischen Methoden erreicht werden. Ziel der Maßnahme ist Verhinderung einer GvHD. Nachteil ist das erhöhte Risiko der Transplantatabstoßung (siehe auch Purging).
Wachstumsfaktor
Hierbei handelt es sich um Substanzen, die nach subcutaner oder intravenöser Verabreichung die Vermehrung bestimmter Blutkörperchen steigern. Der Granulozyten-Kolonie-stimulierende Faktor (G-CSF) fördert die Bildung von Granulozyten (eine Form der weißen Blutkörperchen) und führt zu einer Ausschwemmung von Stammzellen aus dem Knochenmark in das Blut. Das Erythropoetin (EPO) fördert die Bildung von roten Blutkörperchen.


